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Was ist das für ein Gefühl wenn man im Winter um 00:50 völlig übermüdet auf dem Balkan - im tiefsten Serbien - auf einem Dorf in Sjenica - in einem abgefuckten I-Cafe sitzt - tobende playstationfußballspielende bosnische Serben um sich rum - und plötzlich Klee aus den Computerlautsprechern des "Vorsitzenden" tönen:

"Die Sonne scheint es riecht wie früher und die Farben leuchten.

Erinner dich!

Es riecht nach Gras und meine Hand hält deine.

Erinner dich!"

Was für ein Kontrast - Was für ein Heimweh =)

2.3.07 01:01


Alles Gute

Ich wünsche meiner Mami alles Gute zum Geburtstag und hoffe dass wir spätestens im April und dann zusammen mit Romy den Balkan erkunden.

Übernächste Woche gehts dann hoffentlich nach Kosovo. Wer weiß, wann man demnächst dort wieder einen Fuß reinsetzen kann ohne zur Zielscheibe zu werden... Šalim Se.
Wenn jemand dort noch ein gutes Reiseziel kennt oder Bekannte hat ( Unmik,Kafor,EUmik,Omik,Uno oder Unosek - mir ist alles recht), kann er ja berichten, ansonsten besuche ich nur die "Hauptstadt" Pristina.

Liebe Grüße

 

Ganz kleiner Einblick in die derzeitige Situation und die Pläne von Ahtisaari:

http://www.zeit.de/online/2007/05/Kosovo-Plan-Ahtisaari?page=2

Und hier ein ausführlicherer BEitrag von heise vom 8. Februar:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24606/1.html 

1.3.07 23:22


Nun ganz offiziell - Ich bin vom 22. Dezember bis 04. Januar in Deutschland und werde also sowohl weihnachten als auch neujahr (hier "bajram" in Berlin verbringen.

Edit: 

Zum Zeitvertreib, falls sich in meinem Blog wieder nichts bewegt:

Sehr interessanter Artikel über den Balkan, vielleicht ausführlicher als wir ihn in Geschichte und PW je durchgenommen haben:

Südosteuropa: Wo bitte liegt - und was ist der „Balkan“? - Eurasisches  Magazin

Wird auch zu den Links hinzugefügt.

Beste Grüße,

Sebastian
 

 

6.12.06 23:39


Heute wurden die ersten Schilder für die Schneeketten angebracht und ich rüste mich fleißig für den Winter so wie Akica mir empfohlen hat und suche mir etwas warmes. So einfach lass ich mir meinen Optimismus jedenfalls nicht nehmen. Zeit hab ich ja genug.

Falls jemand von euch noch zur Schule geht kann er mir ja vielleicht den Kontakt zu unserer Kunstlehrerin herstellen. Ich wollt mir in der Schule nen Fotolabor einrichten. Ich hab keine Lust jedesmal darauf zu warten, dass der fotograf "magi" mal zu den Öffnungszeiten seinen Laden aufschließt.

Für den Charitecomputer kann ich ein Programm namens Native Instruments Traktor empfehlen. Bin überrascht über die Möglichkeiten, die es für einen Anfänger wie mich bietet.

Die Links habe ich heimlich aktualisiert und über Fotos kommt man jetzt zu meiner Photobucketseite. Da liegen die Fotos von meinem Montenegroausflug und der Radtour durch Kaliningrad, Polen und Litauen 2004.

I am just somebody else.

I doooo the things with a skill...of somebody else.

Jep.

Vidimo Se

bratttte 

16.11.06 20:18


Heute ist der erste Tag an dem es für meine Verhältnisse arschkalt ist. Beim aus der Tür gehen frieren dir als erstes die Finger ab, die Nase fängt an zu laufen, und deine Ohren werden mit kleinen Nadeln durchstochen. Du kannst den Blumen beim Sterben zusehen, die Hunde sind am Jaulen und mir ist kalt. Ich bereue es die CDs in der Hand nach Flores zu tragen, nur bei meinem Rücksack aus Montenegro sind nun sämtliche Halterungen gerissen und er liegt nach 2 Wochen Benutzung nun in der Ecke. In Flores angekommen spüre ich nichts mehr.
Die Sonne scheint fröhlich weiter und es schneit.

2.11.06 16:51


Viel Süßkram ist Balsam für die Seele!

Ab heute bis Mittwoch ist Bajram -

Das Fest, dass für die Muslime ähnliche Bedeutung hat wie für uns Weihnachten.

Es beendet die die einmonatige Fastenzeit – Ramasan.

Nicht mehr um 5 Uhr aufstehen, um vor Sonnenaufgang sein Frühstück zu verzehren und auch nicht mehr bis zum Juftar (Fastenbrechen bei Sonnenuntergang) warten um das Essen runterzuschlingen (Das sind schließlich rund 13 Stunden ohne Essen und Trinken).

Das Dorf trifft sich um 7 Uhr frühs in der Dzamir zum gemeinsamen Gebet.

Ca. Um 10 geht es zu den „Groblje“ – den Gräbern der verstorbenen Verwandten und auch die Lebenden werden fleißig an diesem Tag besucht.

Man zieht von Haus zu Haus, trinkt einen Kaffee, raucht eine Zigarette und hat Auswahl aus zig Süßspeisen, die fast alle selbstgemacht sind.

Ich hab das Glück und werde eingeladen. Kuchen – „torta“, Apfelstrudel(?), außerdem etwas ähnliches nur mit einer Füllung die aus Nüssen und deren speziellen Art von Halva zubereitet wird, Vanillepudding („Doktor Oetker&ldquo, eine Süßspeise aus hauseigenen Äpfeln und einer weiteren Frucht (hab ich nicht gerafft was das war) die auch Rosinen enthält mit geriebenen Nüssen obendrauf, Bonbons, und diese türkischen Geleewürfel die in Puderzucker getunkt sind...

... und jede Menge Kaffee.

Danach bin ich bin ich erstmal rundum zufrieden.

Ich hab dann noch Einblick in die umfangreiche Musiksammlung, die bei Musik aus den 70er Jahren endet und dann gehts auch gleich weiter fleißig Verwandten besuchen. Dort finden sich auch in regelmäßigen Abständen neue Verwandte (Onkels,Tanten, Halb oder sonstige Brüder und jede Menge Cousins und Cousinen) ein, die aber immer nach 5 Minuten verschwunden sind. Namen versuch ich mir schon gar nicht mehr zu merken.

Jetzt erstmal Pause und heute Abend gehts dann weiter...

23.10.06 17:13


Bitte bis zum nächsten runterscrollen. Sonst gibts Irritation.

16. Oktober

Der nächste Morgen ernüchternd.

Zu dem kühlen, nassem Wetter und dem überteuerten, ekelhaften Döner (es geht nichts über 1,49 Cent) kommt hinzu, dass ich zum x-ten Mal meinen Hut irgendwo vergessen habe, nur ist Sarajevo auch x-mal größer als Sjenica. Wer will darf interpretiern, mir war nur plötzlich kalt auf dem Kopf. Also Rucksack abgegeben und alle Stationen abgeklappert, die ich gestern besucht habe. Bei Asra im I-Cafe, meiner letzten Station, habe ich ihn dann wiederbekommen und eine Einlandung zum Kaffe - ich bemüh mich bald wieder in Sarajevo zu sein. Bevor ich mich mit Alessia treffe noch einen Blick zur Festung nach oben. Ein Gang über den von Soldaten bewachten Friedhof mit Blick entweder auf die Festung oder runter in die Stadt.
Oben - Stille.

Ein 360° Rundblick über die Stadt und ein Steinkreis, der sich zum sitzen anbietet und dafür ein paar Minuten ins Buch zu kritzeln. Der Ausblick ist schon gewaltig, weil sich die Häuserlandschaft bis auf die Berge hoch erstreckt und der Nebel den Blick auf den Stadtrand versperrt - eine Stadt ohne Ende.

Danach das Treffen mit Alessia, dich mich auch gleich ermutigt mir am besten sofort eine andere Tätigkeit zu suchen, als meine Zeit in Flores abzusitzen, oder wieder zurückzufliegen. Serbien ist Serbien. Sie hatte es nach 9 Monaten schließlich geschafft, woanders tätig zu werden und den Rest der Zeit sinnvoll zu nutzen, um jetzt in Sarajevo international tätig zu sein.

Durch einen guten Tipp bin ich dann im "buybook" gelandet, in dem ich sehr wohl gefühlt habe. Der Laden führt allerlei Bücher und vor allem die richtige Musik - kann ich empfehlen.

Sitze bis eben in so nem Rockschuppen um die ecke und ziehe mir Gainsbourgh rein.

 

16.10.06 20:12


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