DEIN TITEL
Gratis bloggen bei
myblog.de







Land

Nun ganz offiziell - Ich bin vom 22. Dezember bis 04. Januar in Deutschland und werde also sowohl weihnachten als auch neujahr (hier "bajram" in Berlin verbringen.

Edit: 

Zum Zeitvertreib, falls sich in meinem Blog wieder nichts bewegt:

Sehr interessanter Artikel über den Balkan, vielleicht ausführlicher als wir ihn in Geschichte und PW je durchgenommen haben:

Südosteuropa: Wo bitte liegt - und was ist der „Balkan“? - Eurasisches  Magazin

Wird auch zu den Links hinzugefügt.

Beste Grüße,

Sebastian
 

 

6.12.06 23:39


Heute wurden die ersten Schilder für die Schneeketten angebracht und ich rüste mich fleißig für den Winter so wie Akica mir empfohlen hat und suche mir etwas warmes. So einfach lass ich mir meinen Optimismus jedenfalls nicht nehmen. Zeit hab ich ja genug.

Falls jemand von euch noch zur Schule geht kann er mir ja vielleicht den Kontakt zu unserer Kunstlehrerin herstellen. Ich wollt mir in der Schule nen Fotolabor einrichten. Ich hab keine Lust jedesmal darauf zu warten, dass der fotograf "magi" mal zu den Öffnungszeiten seinen Laden aufschließt.

Für den Charitecomputer kann ich ein Programm namens Native Instruments Traktor empfehlen. Bin überrascht über die Möglichkeiten, die es für einen Anfänger wie mich bietet.

Die Links habe ich heimlich aktualisiert und über Fotos kommt man jetzt zu meiner Photobucketseite. Da liegen die Fotos von meinem Montenegroausflug und der Radtour durch Kaliningrad, Polen und Litauen 2004.

I am just somebody else.

I doooo the things with a skill...of somebody else.

Jep.

Vidimo Se

bratttte 

16.11.06 20:18


Heute ist der erste Tag an dem es für meine Verhältnisse arschkalt ist. Beim aus der Tür gehen frieren dir als erstes die Finger ab, die Nase fängt an zu laufen, und deine Ohren werden mit kleinen Nadeln durchstochen. Du kannst den Blumen beim Sterben zusehen, die Hunde sind am Jaulen und mir ist kalt. Ich bereue es die CDs in der Hand nach Flores zu tragen, nur bei meinem Rücksack aus Montenegro sind nun sämtliche Halterungen gerissen und er liegt nach 2 Wochen Benutzung nun in der Ecke. In Flores angekommen spüre ich nichts mehr.
Die Sonne scheint fröhlich weiter und es schneit.

2.11.06 16:51


Viel Süßkram ist Balsam für die Seele!

Ab heute bis Mittwoch ist Bajram -

Das Fest, dass für die Muslime ähnliche Bedeutung hat wie für uns Weihnachten.

Es beendet die die einmonatige Fastenzeit – Ramasan.

Nicht mehr um 5 Uhr aufstehen, um vor Sonnenaufgang sein Frühstück zu verzehren und auch nicht mehr bis zum Juftar (Fastenbrechen bei Sonnenuntergang) warten um das Essen runterzuschlingen (Das sind schließlich rund 13 Stunden ohne Essen und Trinken).

Das Dorf trifft sich um 7 Uhr frühs in der Dzamir zum gemeinsamen Gebet.

Ca. Um 10 geht es zu den „Groblje“ – den Gräbern der verstorbenen Verwandten und auch die Lebenden werden fleißig an diesem Tag besucht.

Man zieht von Haus zu Haus, trinkt einen Kaffee, raucht eine Zigarette und hat Auswahl aus zig Süßspeisen, die fast alle selbstgemacht sind.

Ich hab das Glück und werde eingeladen. Kuchen – „torta“, Apfelstrudel(?), außerdem etwas ähnliches nur mit einer Füllung die aus Nüssen und deren speziellen Art von Halva zubereitet wird, Vanillepudding („Doktor Oetker&ldquo, eine Süßspeise aus hauseigenen Äpfeln und einer weiteren Frucht (hab ich nicht gerafft was das war) die auch Rosinen enthält mit geriebenen Nüssen obendrauf, Bonbons, und diese türkischen Geleewürfel die in Puderzucker getunkt sind...

... und jede Menge Kaffee.

Danach bin ich bin ich erstmal rundum zufrieden.

Ich hab dann noch Einblick in die umfangreiche Musiksammlung, die bei Musik aus den 70er Jahren endet und dann gehts auch gleich weiter fleißig Verwandten besuchen. Dort finden sich auch in regelmäßigen Abständen neue Verwandte (Onkels,Tanten, Halb oder sonstige Brüder und jede Menge Cousins und Cousinen) ein, die aber immer nach 5 Minuten verschwunden sind. Namen versuch ich mir schon gar nicht mehr zu merken.

Jetzt erstmal Pause und heute Abend gehts dann weiter...

23.10.06 17:13


Bitte bis zum nächsten runterscrollen. Sonst gibts Irritation.

16. Oktober

Der nächste Morgen ernüchternd.

Zu dem kühlen, nassem Wetter und dem überteuerten, ekelhaften Döner (es geht nichts über 1,49 Cent) kommt hinzu, dass ich zum x-ten Mal meinen Hut irgendwo vergessen habe, nur ist Sarajevo auch x-mal größer als Sjenica. Wer will darf interpretiern, mir war nur plötzlich kalt auf dem Kopf. Also Rucksack abgegeben und alle Stationen abgeklappert, die ich gestern besucht habe. Bei Asra im I-Cafe, meiner letzten Station, habe ich ihn dann wiederbekommen und eine Einlandung zum Kaffe - ich bemüh mich bald wieder in Sarajevo zu sein. Bevor ich mich mit Alessia treffe noch einen Blick zur Festung nach oben. Ein Gang über den von Soldaten bewachten Friedhof mit Blick entweder auf die Festung oder runter in die Stadt.
Oben - Stille.

Ein 360° Rundblick über die Stadt und ein Steinkreis, der sich zum sitzen anbietet und dafür ein paar Minuten ins Buch zu kritzeln. Der Ausblick ist schon gewaltig, weil sich die Häuserlandschaft bis auf die Berge hoch erstreckt und der Nebel den Blick auf den Stadtrand versperrt - eine Stadt ohne Ende.

Danach das Treffen mit Alessia, dich mich auch gleich ermutigt mir am besten sofort eine andere Tätigkeit zu suchen, als meine Zeit in Flores abzusitzen, oder wieder zurückzufliegen. Serbien ist Serbien. Sie hatte es nach 9 Monaten schließlich geschafft, woanders tätig zu werden und den Rest der Zeit sinnvoll zu nutzen, um jetzt in Sarajevo international tätig zu sein.

Durch einen guten Tipp bin ich dann im "buybook" gelandet, in dem ich sehr wohl gefühlt habe. Der Laden führt allerlei Bücher und vor allem die richtige Musik - kann ich empfehlen.

Sitze bis eben in so nem Rockschuppen um die ecke und ziehe mir Gainsbourgh rein.

 

16.10.06 20:12


14. Oktober 23.33

Die Esskastanien sind eigentlich nicht genießbar, zudem man andauernd auf Schale rumbeißt. Aber einen Miniheizkörper in der Hand zu halten, während man auf den Bus wartet, hat schon was.

Der Bus ist zu spät und im Vergleich zu den Dingern, mit denen ich sonst gefahren bin, Luxus. Und es läuft tatsächlich so ne J.Lo-Schnulze. Wann hab ich das letzte Mal im Bus nen Film gesehen? Den Busfahrer kann ich nicht leiden - der macht sich über mich lustig...

In so einem verrauchtem Laden mit ekligen und lila(nen) Stühlen + Tischen mit türkisen Deckchen (oder wie heißt die Farbe zwischen grün und blau, die einem die Augen aussticht?) wo wir anhalten, werde ich erstmal rein gefühlsmäßig beschissen. Ich geb einen Tausenddinarschein hin und bekomme Kleingeld und einen Hundertdinarschein zurück. Sind wir schon über der Grenze? Und wieviel Wert sind jetzt eigentlich 16 KM. Nach ein paarmal hin und her rechnen stelle ich fest, dass 40 Dinar wohl 1 KM (bosnische Mark) sein muss und damit 50 Cent.

An der Grenze - Warten.                                                                       Und eine Schranke, die per Hand geöffnet werden muss. Die Pässe werden wieder verteilt, wie Zeugnisse bei der Zeugnisausgabe. Sejo - guter Pass, Sebastian - guter Pass... Und alle die ihren Pass nicht bekommen haben, bitte raustreten - und der halbe Bus steht auf. Und wieder wird die Schranke per Hand geöffnet. Erst die eine Seite, dann die andere Seite. Es ist kalt - und noch nicht Winter. Der Beamte, der sich meinen Pass im Bus unter die Lupe nimmt, grinst nur,als ich ihm auf "što učiš v Sjenice"  ein "učim srpski" antworte. Ein ungefähres "ist der bekloppt".

15. Oktober, Sonntag 6:25

Suuper, mein Kuli ist weg. Der Gute - so teuer wie die gesammte Busfahrt -  den ich seit Juli schon mit mir rumtrage. Mit dem ich 1 1/2 Bücher vollgekritzelt habe. Grummel...Super Anfang...

Gute 7 Stunden Busfahrt - und gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang angekommen. 5 °C zeigt die Elektrotafel vom nationalem Holiday Inn ( in dem sich die Reporter während des Krieges aufgehalten haben wie ich später erfahre) an und die ersten Umrisse von Bergen werden sichtbar.

Das Cafe ist scheiße - die Leute kotzen mich an.                               Mein Kuli ist weg. 

Angekommen in Sarajevo - die Straßenbahn fährt mich etwas rum und zeigt mir die Stadt für rund einen Euro. Ich steige aus an einem Punkt, wo mir die Häuser sagen, dass wir uns wieder vom Zentrum entfernen. Ich laufe etwas durch die kleine Gasse mit Gemüseständen und stelle fest, dass hier wohl der Markt anfangen muss und falle direkt in den Kern der Altstadt. Erster Eindruck von Sarajevo - Wunderschön! Es haut mich echt um. Und während ich mich etwas ärgere, dass diese Superakkus und das Zehnerpack an Batterien völlig nutzlos sind und ich mir mit meinem Eurogroßgeld am einzigen geöffneten Kiosk nun neue kaufen muss, spricht mich ein Engländer an, dem das nichtwechselbare große Geld auch ein Problem ist. Und nach eine Weile outet sich Steve als Fan von Krautrock ala Amon Düül. Die Chance jemanden zu Treffen der Amon Düül hört ist schon sehr gering, aber einen Engländer mit Faible für Krautrock in Sarajevo zu treffen, ist schon fast ein Ding der Unmöglichkeit! Aber cool.

Genauso wie "backpack"ende, kickboxende Schwedinnen, die Kroatien, Serbien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien und die Schweiz auf ihrem Weg mitgenommen, sich in der Ukraine russisch beigebracht und Sarajevo als Lieblingsstadt auserwählt haben.

Oder ist es Zufall, dass der zum Personal gehörende Hosteltyp in Sjenica aufgewachsen ist. Naja, das ändert sich wahrscheinlich mit den Besuchern immer mal. Wer weiß...  

Mein Kuli ist schon fast vergessen. 

 

Schwedische Feigen - herrlich -  und das nach einer schönen Dusche. Wann habe ich das letzte Mal Feigen gegessen? Außen grün, die Schale weich, das Innere Rosa und seltsam fleischig ausgefranst. Das habe ich zum letzten Mal so in der Melancholieausstellung gesehen.      

Ansonsten habe ich einen Tag "Sightseeing" hinter mir. Um 12°° Uhr mit Steve zu Mittag im _ gegessen. Das Essen fix fertig - gleich nach dem ichs bestellt hatte stand es schon auf dem Tisch. Betrachtet man es näher, so ist das auch nicht verwunderlich - eine Cevaperia - die machen auch nix Anderes. Dafür hats beim bezahlen ewig gedauert.                     Danach den Basar erkundet, den ich am Morgen noch leer vorgefunden hatte und der jetzt mit allerhand Tourikram aber auch durchaus viel Neuem gefüllt war.

Dann die Straßen der "Roten Rosen"  (keine gesehen) + die Hauptstraße mit Einkaufsmöglichkeiten ( irgendwie BerlinNeukölln ) entlanggelaufen, deshalb in eine Seitengasse rein und am Fluss entlang zurück über potentielle "Franz-Ferdinand-Brücken", wo für kurze Zeit Amsterdamflair aufkam und schließlich standen wir dann davor. Die Fußstapfen (wahrscheinlich aus politischen Gründen) entfernt und auch sonst erinnert nichts an den "Auslöser" des ersten Weltkriegs (oder wie war das mit dem Pulverfass - Franke lässt grüßen).
Über die Straße und wieder auf den Markt direkt vor der Cevaperia gelandet.
So schließt sich der Kreis.

Und es gibt einfach Momente, die kann man mit einem Fotoapperat nicht einfangen...

Wenn mich eine Stadt in letzter Zeit beeindruckt hat, dann ist es Sarajevo. 

 

 

Die Unterkunft 

 

 

 

              

16.10.06 19:54


Zurück! Eins steht fest, ich traue hier keiner mündlichen oder schriftlichen Auskunft über Transportmittel mehr bis ich nicht selber an der Bushaltestelle oder Bahnstation gestanden habe und den Aushang studiert habe. Entweder sind die Auskünfte allesamt falsch, alt oder es wird irgendwo ne Schiene repariert oder ein Stromausfall legt mal schnell eine ganze Stadt lahm. Ähm, ja... Ein Ausflug ans Meer lohnt sich aber auf alle Fälle. Zwei Tage Montenegro und ich bin wieder fit. Ein großes Dankeschn an meine Mami dafür! Sonne, Meer, Strand und alles wenige Stunden und Dinare von meiner "Stadt" entfernt. Würden nur die Busse etwas regelmäßiger fahren und nicht zu unmöglichen Zeiten wie um 1, um 5 oder sonst irgendeine Zeit zu der Normalsterbliche eigentlich schlafen... Budva ist zwar eine Touristadt und extrem teuer, aber hat dafür auch eine wunderschöne Altstadt. Kleine Gassen, Cafes, Kirche und einen klasse Blick übers Meer. Ich hör mich vielleicht wie ein Reiseveranstalter an, aber selten bin ich ein so begeisterter Urlauber gewesen, wie in den letzten 2 Tagen. Und die reichen auch vollkommen aus. Vom Hostel aus sind es ein paar Minuten bis zur Promenade und von dort aus nimmt man die kleine Bimmelbahn für zwei Euro und kommt so bequem bis zum gewünschten Strandabschnitt oder eben zur Altstadt. Das Hostel hab ich verlinkt - eine klasse Sache: gut und günstig und hauseigene Weintrauben gibts gratis. Was will man mehr? Das Hotelessen ist aber trotzdem besser
12.10.06 00:02


 [eine Seite weiter]